Montag, 22. Februar 2010

Rezension: Hallo Wodka, ich bin's Chelsea von Chelsea Handler



HALLO WODKA, ICH BIN'S CHELSEA
von Chelsea Handler


Verlag: Rowohlt
Seiten: 253
Preis: 8,95 Euro
ISBN: 978-3-499-24751-4



Nachdem ich einen Großteil meiner Zwanziger in der Gegend herumgevögelt hatte, wurde mir eines Tages klar, dass ich durchaus nicht frei von Vorurteilen war. Manche Männer sortierte ich alleine aufgrund ihres Äußeren als Sexpartner von vornherein aus.


"Hallo Wodka, ich bin's Chelsea" ist der zweite Roman von Chelsea Handler, in dem sie ohne jede Tabus aus ihrem (Sex)Leben erzählt. Dass die Lacher dabei stets auf ihre Kosten gehen, scheint die amerikanische Komikerin dabei nicht zu stören.

Wie auch ihr Debüt fängt auch dieser Roman mit frühen Kindheitserinnerungen an, deren Wahrheitsgehalt man manchmal jedoch stark anzweifelt, was jedoch eine andere Geschichte ist. Unter anderem erzählt Chelsea, wie sie ihre gesamte Schule angelogen hat, indem sie behauptete mit Jodie Foster einen Film zu drehen. Die Geschichte endete natürlich in einem reinen Lügenlabyrinth. Es geht direkt mit der Idee, der damals 12 Jahre alten Chelsea, weiter, die beschlossen hat nun selbst Geld zu verdienen. Was ihr jüdischer Vater nur begrüßt.

Natürlich dürfen ihre Sexabenteuer, wie gewohnt nicht fehlen und nehmen gemeinsam mit ihrer Vorliebe für Alkohol den größten Teil des Buches ein. So bricht sie ihren letzten Tabus (Sex mit einem Rothaarigen), reist mit einer Freundin nach England, nur um sich dort so richtig zu blamieren und genießt ihr Leben im Rausch.

Von der Sprache her ist "Hallo Wodka" ganz sicherlich kein Meisterwerk. Viel mehr ist es ein netter Roman für nebenbei. Ein kurzes Vergnügen, dass man schnell vergisst, wenn man das Buch erstmal aus der Hand gelegt hat.

Ich muss zugeben, dass ich von Chelsea Handlers Fortsetzung relativ enttäuscht war. Während "Mein Leben im Liegen" mir stellenweise die Tränen in die Augen getrieben hat und den Atem geraubt hat, weil ich nicht mehr aufhören konnte zu lachen, konnte dieser Roman mich nicht sonderlich überzeugen. Ich habe ein paar Mal geschmunzelt und fand es ganz amüsant, aber es sind keine Geschichten über die ich gemeinsam mit meinen Freundinnen noch Tage später lache.

Es scheint fast so, als hätte Chelsea Handler ihr ganzes Potenzial und ihre besten Geschichten in ihre Debütroman gesteckt, denn in ihrer Fortsetzung war nichts von der spritzig, frischen Unterhaltung zu spüren.

"Hallo Wodka, ich bin's Chelsea" kann es mit seinem Vorgänger nicht mal ansatzweise aufnehmen, welchen ich an der Stelle aber gerne allen empfehlen möchte. Für kurzweilige und anspruchslose Handlung ist Handlers zweiter Roman durchaus geeignet. Wer noch ein Buch für den Sommerurlaub am Strand sucht, wird hiermit ebenfalls ganz gut bedient sein. Aber wer erstklassige Unterhaltung sucht, wie es "Mein Leben im Liegen" bietet, wird hier von eher enttäuscht werden.


Ich muss immer wieder erkennen, dass meine einzige wahre Stärke im Trinken besteht.


FAZIT
Kurzweilige und amüsante Unterhaltung, die jedoch nicht mit ihrem Vorgänger mithalten kann.

NOTE
4,5 / 9 Punkten

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